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Es braucht eine Gesellschaft welche Kinder und Familien liebt


Die Familienkosten sind gerade aktuell ein brisantes Thema gerade für Familien unter dem Mittelstand. Familienvater und Stiftungsleiter SSF, Andreas Link, spricht aus Erfahrung. Wir fragten nach.


1. Der statistische Trend bekräftigt leider die Tatsache, dass Familien stark von Armut bedroht sind, besonders kinderreiche Familien und Alleinerziehende. Woran liegt das?


Weil der Preis für Kinder in der Schweiz einfach sehr hoch ist. Schweizer Eltern müssen monatlich bis zu CHF 2´000 für einen Kita-Platz zahlen. Gleichzeitig ist bei vielen Kindern zwangsläufig mehr Einsatz der Eltern notwendig. Die Betreuungskosten türmen sich, gleichzeitig gibt es keinen adäquaten Ausgleich durch den Staat.

Der Staat das insofern klug geregelt, indem er die Betreuung hauptsächlich in private Trägerschaft gibt. Das bedeutet höhere Kosten für Eltern und häufig auch keine gute Qualität der Betreuung, Stichwort Praktikantinnen.



2. Bestätigen diesen Trend auch die Gesuche, die bei der Stiftung eintreffen?


Ja, leider. Die Auswertung unserer jährlich über 200 Gesuche stimmt mit den Zahlen des Bundesamtes für Statistik faktisch überein. Insbesondere Alleinerziehende Väter und Mütter sind hart betroffen. Der Druck auf sie ist so hoch, dass sie vielfach einfache Jobs annehmen, welche schlecht bezahlt sind. Das Resultat ist dann oft zu wenig Familieneinkommen und zu wenig Zeit für die Kinder.


3. Was braucht es, um nicht in Familienarmut zu verfallen?


Geld. Man muss sich Kinder schlichtweg «leisten» können. Eltern zahlen gemäss Zürcher Tabelle 175,000 Franken für ein Kind bis zum achtzehnten Lebensjahr. Ein Sportwagen.

Es braucht deshalb ein radikales Umdenken in der Politik und Gesellschaft und auch in der Wirtschaft. Oder wie es der vor zwei Jahren leider verstorbene Kinderarzt und Bestsellerautor Remo Largo einmal fragte: «Was ist uns wichtiger, Familie und Kinder oder die Sanierung der Banken»?

Familien sind der wahrscheinlich nachhaltigste Wirtschaftsfaktor, aber der Staat bietet ihnen lediglich ein Hungertuch. Eltern sollen zukünftige Steuerzahlende grossziehen und müssen dafür auch noch teuer bezahlen. Es ist deshalb höchste Zeit für ein Elterngeld oder eine Elternzeit. Diese müssen dabei grundsätzlich allen Eltern zu Gute kommen, unabhängig ob sie erwerbstätig sind oder nicht.

Schlussendlich muss es in der Schweiz wieder «normal» werden, Kinder zu haben. Es braucht eine Gesellschaft, welche Kinder und Familien liebt.


Das Interview mit Andreas Link führte Fritz Imhof


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