FAMILY LIFE MATTERS! - Warum Familie nach Corona mehr Beachtung verdient


Verlautbarung zum Internationalen Tag der Familie 15. Mai 2021



In Coronazeiten hatten einigermassen intakte Familien gute Chancen, den Lockdown-Härtetest ohne grosse Brüche zu überstehen. Manche haben gar an Vitalität und Gemeinschaftsgefühl gewonnen. Die neue Währung dieser Familien heisst Zeit. Zeit miteinander und füreinander.

Diese Zeit kam nicht zuletzt dem Staat und der ganzen Gesellschaft zugut.

Der Staat hat in hohem Masse vom Zusammenhalt der autonomen, sich selbst versorgenden und selbst erhaltenden Lebensgemeinschaft «Familie» profitiert.


Es zeigte sich weiterhin: In der Krise funktionieren Ergänzungslösungen, wenn überhaupt, nur bedingt. Familie fand in der Krise nicht mehr in unterschiedlichen Welten statt – die Welten fanden Zuhause statt. Homeoffice und Homeschooling machten es möglich, auch wenn das oft mehr als herausfordernd war und seinerseits als Übergangslösung betrachtet werden musste.


Wie kann es nach Corona weitergehen? Wie können ergänzende Systeme ihrem Begriff und erwerbstätige Eltern ihrer Basisfunktion besser gerecht werden? Ein Schlüssel dafür ist die Wiedergewinnung der Familienzeit. Am Wert der Entschleunigung muss die Familie um den Erhalt ihrer Substanz willen festhalten, denn Stress frisst Familie auf! Familienzeit steht vor einer neuen Entdeckung. Nicht nur wegen Corona, sondern vor allem wegen dem starken Trend unter den Jugendlichen, die selbst-bestimmt Familie werden möchten – diverse Studien zeigen hier ein klares Bild: Eine glückliche Paarbeziehung, zwei oder mehr Kinder und der Wunsch nach Teilzeitarbeit von jungen Männern und Frauen führen die Trendlisten an.


Auch benötigt der Begriff der Gleichstellung eine Erweiterung. Nicht nur um die Gleichstellung von Frau und Mann muss es gehen, sondern auch um die Gleichstellung der Kinder im Sinn von gleichen Chancen und um Gleichstellung der Familie an sich. Wer jährlich mehr als 4 Milliarden Franken gratis «Care Arbeit» in die Gesellschaft investiert, der hat es verdient, gesellschaftlich und wirtschaftlich in ein neues Licht gerückt zu werden.


Gleichzeitig bedeutet «Familienzeit» auch, eine der grössten und besten informellen Lernressourcen besser zu nutzen. Bedenkt man, dass Erwachsene ihre Kompetenzen zu 80% an informellen Lernorten erlernen, dann liegt im «Lernort Familie» ein enormes Potenzial brach – vor allem für die Wirtschaft.


Der Internationale Tag für die Familie 2021 zeigt mit seinem Motto «Familien und neue Technologien» einen Weg, wie es funktionieren kann. Die neuen Technologien können mehr Familienzeit ermöglichen und schaffen so eine wichtige Voraussetzung für den Kompetenztransfer von Elternkompetenzen ins Unternehmen.

Eltern, Kinder und ihre Interessenvertretungen dürfen sich nicht länger davor scheuen, auch die Mitverantwortung der Wirtschaft einzufordern, wenn es zum Beispiel um das Recht auf Teilzeitarbeit für Mütter und Väter - auch für Führungskräfte - geht. Auch über ein Recht auf Homeoffice muss gesprochen werden. Ob es in jedem Fall um ein «Recht» gehen muss, darf diskutiert werden. Viel wichtiger als die Diskussion aber sind Lösungen, die alle Seiten befrieden und aus der Einsicht entstehen: Familienzeit ist ein Gewinn für alle und - Family Life Matters!



Text: Andreas Link / Karl-Heinz B. van Lier

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