Weniger Reisen, mehr Homeoffice?

Sinus-Studie zu Sorgen, Hoffnungen und Erwartungen durch die Corona-Krise und mögliche Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie.

(fi) Die Corona-Krise hat einiges verändert. Eine Studie hat jetzt die Besorgnis, das Vertrauen in die Behörden und Erwartungen an die Zukunft in der Schweiz, Österreich und Deutschland verglichen. Die Studie wurde vom Sinus-Institut (Heidelberg/ Berlin) gemeinsam mit der KünzlerBachmann Directmarketing (St. Gallen/ Winterthur) durchgeführt.

Die Bedrohung durch Covid 19 muss ernstgenommen werden. Das finden laut der Studie immerhin 90 Prozent der Deutschen, Österreicher und Deutschschweizer. 60 Prozent nehmen es sogar „sehr ernst“. Dabei sind es vor allem die Älteren und die sozial Arrivierten, welche die Gefahren ernster nehmen. Während zum Beispiel die „Arrivierten“ zu 71 Prozent die Gefahren durch Covid sehr ernst nehmen, sind es bei den „digitalen Kosmopoliten“, also der weltoffenen, digital geprägten Avantgarde nur 45 Prozent.

Mehr Homeoffice – weniger Reisen

Welche Spuren wird die Krise in der Gesellschaft hinterlassen? Auch darin unterscheiden sich die „Milieus“, wie sie bereits in einer früheren SINUS-Studie unterschieden wurden. Die stärksten Veränderungen werden sich laut den Befragten im Berufsleben zeigen, vor allem aufgrund der Erfahrungen im Homeoffice. Das erwarten 85 Prozent der Österreicher, 82 Prozent der Schweizer und 66 Prozent der Deutschen. Viele Befragte erwarten folglich auch, dass es zu einem Rückgang im Reiseverhalten kommt (Oe/D: 53% - CH: 41%).

Regierungen und Behörden haben gepunktet

Erstaunlich gute Noten erhalten die Regierungen und Behörden aufgrund ihrer Massnahmen und Informationspolitik. 81 Prozent der Österreicher bewerten die Massnahmen der Regierung Kurz als gut oder sehr gut. Auch 70 Prozent der Schweizer stellen dem Bundesrat ein gutes Zeugnis aus. Die Deutschen halten sich mit 52 Prozent eher zurück. Auch hier ist die Zustimmung nicht in allen Milieus gleich hoch. Es gibt eine Spannweite zwischen den „Gehoben Bürgerlichen“ (83%) und den „Eskapisten“, den jungen und spass- und freizeitorientierten Menschen (57%), von denen sich viele durch die Massnahmen eingeschränkt fühlen.

Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie

Aus Sicht der Schweizerischen Stiftung für die Familie wären die tatsächlichen und die gefühlten Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Arbeitswelt und Familie von Interesse. Dazu wäre eine separate Studie interessant. Aus aktuellen Beobachtungen kann geschlossen werden, dass die gegenseitige Integration von Berufsarbeit und Familie zugelegt hat. Die Digitalisierung und die höhere Bedeutung des Homeoffice steigern die Flexibilität und damit die (neue) Vereinbarkeit von Beruf und Familienpräsenz von berufstätigen Eltern. Eine der Voraussetzungen dafür wird jedoch sein, dass auch zuhause die Tür zum Büro mal geschlossen werden kann, respektive im Bedarfsfall auf familienergänzende Betreuung zugegriffen werden kann.

#staysafe

Foto: www.unsplash.com

www.sinus-institut.de

www.kbdirect.ch

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