Taufpaten werden wieder wichtiger

10.02.2015

Patinnen und Paten sehen ihre Aufgabe darin, mit ihrem Patenkind Zeit zu verbringen und es grosszügig zu beschenken. Doch sie könnten in Zukunft bei Familienkrisen wieder stärker in die Verantwortung einbezogen werden. Und sie sollten sich auch darauf einstellen, notfalls ihr Patenkind bei sich aufzunehmen.

 

(SSF/AZ/im.) Die ur­sprüng­li­che Auf­ga­be der Tauf­pa­ten, ihre Kin­der im Glau­ben zu be­glei­ten, ist weit­hin in den Hin­ter­grund ge­tre­ten. Im Vor­der­grund steht für das Kind, ein Per­son zu haben, die sich ganz für seine Freu­den und Lei­den in­ter­es­siert. Doch nun wer­den diese Be­zugs­per­so­nen auch für die Kin­der- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­den (KESB) wie­der in­ter­es­san­ter. Sie seien „ge­ra­de in einem Kin­des­schutz­ver­fah­ren zur Be­glei­tung und Un­ter­stüt­zung es­sen­zi­ell“,  sagt Pa­trick Fass­bind, Lei­ter der KESB Bern. Wenn El­tern ster­ben soll­ten oder aus an­dern Grün­den aus­fal­len, seien Kin­der auf Per­so­nen an­ge­wie­sen, die zu ihnen be­reits eine gute Be­zie­hung hät­ten – und auch be­reit seien, ein Kind auf­zu­neh­men. Zu­min­dest, wenn die Be­hör­de dies als beste Lö­sung für das Kind an­se­he.

 

Diese würde laut Fass­bind die Plat­zie­rung bei einem Götti oder einer Gotte einer Hei­mein­wei­sung vor­zie­hen, wenn das Kind zu ihnen schon eine ver­trau­ens­vol­le Be­zie­hung auf­ge­baut habe. Diese kann auch wich­tig sein, wenn das Kind in einem Heim plat­ziert wird. Vor kur­zem sind Be­stim­mun­gen der Pfle­ge­kin­der­ver­ord­nung in Kraft ge­tre­ten, die ver­lan­gen, dass jedem fremd­plat­zier­ten Kind eine Ver­trau­ens­per­son zu­ge­wie­sen wird.

 

Laut Fass­bind haben El­tern die Ver­ant­wor­tung, für den Worst Case vor­zu­sor­gen und dem Kind zu hel­fen, zu einer aus­ser­fa­mi­liä­ren Per­son eine gute Be­zie­hung auf­zu­bau­en. Paten aus dem Freun­des­kreis könn­ten dazu sogar ge­eig­ne­ter sein als aus der di­rek­ten Ver­wandt­schaft, da sie im kon­kre­ten Fall we­ni­ger einem Loya­li­täts­kon­flikt aus­ge­setzt seien. Die Plat­zie­rung beim Götti könne zudem sinn­vol­ler sein als bei Gross­el­tern, weil der Al­ters­un­ter­schied dann klei­ner sei.

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