Wie viel schulische Sexualaufklärung erträgt das Kind?

05.03.2015

Ein Plädoyer der Autorin des Buches "Sexualerziehung? – Familiensache!"

 

(SSF) Die In­itia­ti­ve „Schutz vor Se­xua­li­sie­rung in Kin­der­gar­ten und Pri­mar­schu­le“, die ge­gen­wär­tig im Na­tio­nal -und Stän­de­rat dis­ku­tiert wird, wirft hohe Wel­len. Wie viel schu­li­sche Se­xu­al­kun­de braucht, be­zie­hungs­wei­se er­trägt ein Kind, ohne Scha­den zu neh­men?

 

Muss (darf?) kind­li­che Se­xua­li­tät über­haupt ge­för­dert und „ge­schult“ wer­den? 

 

Oder soll­ten Er­wach­se­ne sich re­spekt­voll der Ein­mi­schung in die­ses sehr per­sön­li­che Ge­sche­hen ent­hal­ten?

 

Ist ein flä­chen­de­cken­der Un­ter­richt, der The­men wie Mas­tur­ba­ti­on oder Ge­schlechts­ver­kehr be­reits im Kin­der­gar­ten zur Spra­che bringt (siehe WHO Stan­dards für Se­xu­al­auf­klä­rung in Eu­ro­pa) tat­säch­lich prä­ven­tiv, oder ein­fach nur se­xua­li­sie­rend und ver­stö­rend? 

 

Und, wovor sol­len Kin­der tat­säch­lich ge­schützt wer­den? Vor ihren El­tern, die es sich er­lau­ben, sel­ber zu den­ken, statt sich un­be­se­hen dem Dik­tat von Ex­per­ten zu beu­gen?

 

Auf­fal­lend ist, dass Kri­tik, selbst wenn sie von nam­haf­ten Fach­leu­ten wie bei­spiels­wei­se dem Kin­der­arzt Dr. Remo Largo kommt, weit­ge­hend igno­riert oder unter den Tep­pich ge­kehrt wird. 

Der Kar­ren „flä­chen­de­cken­de Se­xu­al­auf­klä­rung“ rollt. Ex­per­ten haben Geld und Zeit in­ves­tiert und Frei­zü­gig­keits-Lob­by­is­ten sehen darin die Mög­lich­keit, nächs­ten Ge­ne­ra­tio­nen ihren Stem­pel auf­zu­drü­cken. Dies, ob­wohl of­fen­sicht­lich ist, dass die gren­zen- und scham­lo­se Ent­ta­bui­sie­rung von Se­xua­li­tät nicht zu einer ge­sün­de­ren oder glück­li­che­ren Ge­sell­schaft führt.
 

Was schützt vor Über­grif­fen? 

Das von ver­schie­de­nen Par­la­men­ta­ri­ern an­ge­führ­te Ar­gu­ment, eine frühe Auf­klä­rung schüt­ze vor se­xu­el­len Über­grif­fen, ist lei­der – wie die Rea­li­tät be­weist -  nicht stich­hal­tig.

Nicht Kin­der, die früh auf­ge­klärt oder se­xua­li­siert wur­den, son­dern Kin­der mit in­tak­tem Selbst­wert und ge­sun­den Schutz­me­cha­nis­men sind am bes­ten gegen Über­grif­fe ge­schützt.

Um Miss­bräu­chen vor­zu­beu­gen, muss nicht über Se­xua­li­tät ge­spro­chen wer­den. Er­wach­se­nen­se­xua­li­tät über­for­dert Kin­der und die Schil­de­rung, was Er­wach­se­ne Kin­dern  bei einem Über­griff antun, ver­ängs­tigt und ver­stört Kin­der. Und Angst macht schwach, nicht stark.

Men­schen­ver­ach­tung, bei­spiels­wei­se im Zu­sam­men­hang mit Por­no­gra­fie und Pro­sti­tu­ti­on und se­xu­el­le Über­grif­fe haben in un­se­rem auf­ge­klär­ten Land Hoch­kon­junk­tur, Ge­schlechts­krank­hei­ten ver­brei­ten sich in be­ängs­ti­gen­dem Tempo. Dies, ob­wohl die Prä­ven­ti­on se­xu­ell über­trag­ba­rer Krank­hei­ten in den Schwei­zer Ober­stu­fen seit vie­len Jah­ren eta­bliert ist und das viel­ge­rühm­te Kon­dom mis­sio­na­risch be­wor­ben wird.


Wie un­ab­hän­gig ent­schei­det das Par­la­ment?

Es bleibt zu hof­fen, dass das Schwei­zer Par­la­ment sich nicht un­be­se­hen vor den Kar­ren ex­tre­mer Or­ga­ni­sa­tio­nen span­nen lässt. Se­xu­al­er­zie­hung ist in ers­ter Linie El­tern­sa­che, weil sie eng mit per­sön­li­chen Wert­hal­tun­gen ver­knüpft ist. Der Schu­le un­be­se­hen einen der wich­tigs­ten Er­zie­hungs­be­rei­che zu über­las­sen, wäre weder ver­ant­wor­tungs­voll noch prä­ven­tiv.


Zur Au­to­rin

Re­gu­la Leh­mann ist Fa­mi­li­en­frau, Eltern­coach und Au­to­rin von „Se­xu­al­er­zie­hung? Fa­mi­li­en­sa­che!“. Sie ist aus­ser­dem Ge­schäfts­füh­re­rin der „El­tern­in­itia­ti­ve Se­xu­al­er­zie­hung“

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