Die wichtige Rolle der Väter

26.06.2015

Die Väter sind nicht nur wichtig, wenn es um die Bewältigung der Familienarbeit geht, sondern sie spielen eine wichtige Rolle bei der psychischen Entwicklung der Kinder. Darauf wies die Psychoanalytikerin Inge Seiffge-Krenke an der Universität Fribourg hin.

 

Väter spie­len bei der Emo­ti­ons­re­ge­lung und bei der Au­to­no­mie­ent­wick­lung der Kin­der eine be­son­ders wich­ti­ge Rolle, die nicht ein­fach durch die Müt­ter über­nom­men wer­den kann. Die Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin, die als Pro­fes­so­rin an Uni­ver­si­tä­ten in Ber­lin und Lima lehrt, er­läu­ter­te dies an einer Ta­gung „Fa­mi­lie und Di­ver­si­tät“ an der Uni­ver­si­tät Fri­bourg am 19. Juni. Väter trü­gen auch zur Ge­schlechts­iden­ti­tät der Kin­der und zur kör­per­be­zo­ge­nen Kom­pe­tenz bei. Ge­ra­de das kör­per­be­ton­te Spiel mit den Klei­nen – die Pro­fes­so­rin sprach von „Ka­mi­ka­ze­spie­len“ – sei po­si­tiv für die Emo­ti­ons­re­ge­lung des Nach­wuch­ses und beuge gegen ADHS vor.

 

Dass die Väter heute ten­den­zi­ell stär­ker bei der Fa­mi­li­en- und Er­zie­hungs­ar­beit ge­for­dert wer­den, ist auch aus die­ser Per­spek­ti­ve wert­voll. Wäh­rend die Müt­ter mehr zur Bin­dungs­ent­wick­lung und zur Fein­füh­lig­keit bei­tra­gen, för­dern die Väter stär­ker die Ex­plo­ra­ti­on, also die Neu­gier, Neues zu ent­de­cken. Inge Seiff­ke-Kren­ke räum­te dabei ein, dass Väter heute auch zu­neh­mend müt­ter­li­che Rol­len in der Fa­mi­lie ein­neh­men. 

 

Neben der Ent­wick­lung der Selb­stän­dig­keit (Au­to­no­mie) sind die Väter auch in­tel­lek­tu­el­le An­re­ger und Her­aus­for­de­rer. Und ihre ak­ti­ve Prä­senz min­dert bei Ju­gend­li­chen daher auch die Ten­denz zu De­pres­sio­nen. Sie wis­sen auch um die dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung der früh­rei­fen Töch­ter und kön­nen sie darin bes­ser be­glei­ten als die Müt­ter.

 

Seiff­ge-Kren­ke räum­te ein, dass es sehr un­ter­schied­li­che Väter gibt und dass Müt­ter in einem be­grenz­ten Aus­mass auch vä­ter­li­che Rol­len ein­neh­men kön­nen. Auch Väter hät­ten zum Teil Mühe, bei Kin­dern Gren­ze zu set­zen. Sie stütz­te sich auf eine deut­sche Stu­die (Bam­bey et al.) mit 1542 Vä­tern und ver­wies dar­auf, dass es in Deutsch­land mitt­ler­wei­len 375.000 al­lein­er­zie­hen­de Väter (nebst 2.3 Mio al­lein­er­zie­hen­den Müt­tern) gebe. Ten­denz zu­neh­mend

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