Diverse Familienformen und ihre Auswirkung auf die Entwicklung der Kinder

10.08.2015

Stabilität und Verlässlichkeit sind wichtige Qualitätsanforderungen für Familien. Doch was ist nach gültiger Definition eine Familie? Und gibt es Qualitätskriterien, welche auch die Entwicklung und das Wohl der Kinder bestimmen? Ein Beitrag des deutschen Erziehungswissenschafters und Buchautors Albert Wunsch.

 

Le­an-Man­nage­ment, TQM, Con­trol­ling, Qua­li­täts-Cir­kel, diese Be­grif­fe prä­gen seit Jah­ren die Dis­kus­si­on zur Op­ti­mie­rung von Ar­beits­pro­zes­sen in Be­trie­ben. Es exis­tie­ren auch reich­lich Qua­li­täts­hand­bü­cher, In­stru­men­te zur Wirk­sam­keits­über­prü­fung sowie Nach­schla­ge-Ma­nua­le in den Fel­dern der So­zi­al- und Ju­gend­hil­fe. Eben­so be­schreibt der Schul­be­reich man­ches Pa­pier unter den As­pek­ten ‘Neues Leit­bild’ oder ‘Lern­kul­tur’. Bis­her wurde je­doch weit­ge­hend aus­ge­blen­det, einen prü­fen­den Blick auf die Qua­li­tät der vie­len heute vor­find­ba­ren so ge­nann­te Fa­mi­li­en-For­men zu rich­ten. Ist dies Zu­fall oder op­por­tu­nis­ti­scher Tri­but an den Zeit­geist? Wie dem auch sei, eine kon­ti­nu­ier­li­che Über­prü­fung von Ef­fek­ti­vi­tät und Ef­fi­zi­enz, wie sie heute im Wirt­schafts­le­ben selbst­ver­ständ­lich ist, soll­te je­den­falls nicht vor den Toren der vie­len ‘Fa­mi­li­en-Un­ter­neh­men’ halt ma­chen. Denn die Frage, ob eine so ge­nann­te klas­si­sche oder eher eine mo­der­ne Fa­mi­lie - was immer auch damit ge­meint sein mag - op­ti­ma­le­re Be­din­gun­gen für das Auf­wach­sen von Kin­dern be­reit­stellt, ist zu­kunfts­wei­send für die nach­wach­sen­de Ge­ne­ra­ti­on und den Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land. Geht es bei ‘Pro­duk­ti­on, Han­del und Dienst­leis­tung’ ums ‘Wirt­schafts­wachs­tum’, so steht im Be­reich ‘Er­zie­hung und Leben ler­nen’ das ‘So­zi­al­wachs­tum’ im Zen­trum. Bei­den Fak­to­ren wer­den so zum In­di­ka­tor für die Sta­bi­li­tät einer Ge­sell­schaft. In der Be­mes­sung des ‘Brut­to-So­zi­al-Pro­duk­tes’ flie­ßt - bei dif­fe­ren­zier­ter Be­trach­tung - bei­des zu­sam­men. 

 

Die an­ge­mes­se­ne  Bie­gung einer Ba­na­ne wird durch die EU eben­so ge­normt wie die ein­heit­li­che Tisch­hö­he zwi­schen Mit­tel­meer und Nord­see. Auch die bun­des­deut­sche Re­ge­lungs­wut treibt häu­fig genug ab­son­der­li­che Blü­ten. Aber beim Thema Qua­li­täts­an­for­de­run­gen zur Er­zie­hung in der Fa­mi­lie wird eher ‘das Schwei­gen der Läm­mer’ in Szene ge­setzt. Wie un­scharf oft Be­grif­fe ver­wen­det wer­den, wird durch die fol­gen­de Se­quenz einer Po­di­ums­dis­kus­si­on of­fen­kun­dig:

> Fa­mi­lie ist da, wo Kin­der leben! 

 

So das State­ment einer Par­tei-Ver­tre­te­rin. (Üb­ri­gens wird diese For­mu­lie­rung von den un­ter­schied­lichs­ten Par­tei­en glei­cher­ma­ßen ge­nutzt). Dazu meine Ent­geg­nung:Dann leben die un­zäh­li­gen Kin­der in den Slums der Welt quasi als Groß-Fa­mi­lie. 

 

Leich­te Ir­ri­ta­ti­on, dann der nächs­te Ver­such, ver­se­hen mit der Rand­be­mer­kung, dass da doch wohl nicht aus­zu­set­zen wäre und dies auch die Auf­fas­sung der mo­men­ta­nen Bun­des­re­gie­rung wi­der­spieg­le:

> Fa­mi­lie ist da, wo Er­wach­se­ne mit Kin­dern leben!

 

Aber auch diese For­mu­lie­rung löste ein deut­li­ches Un­ver­ständ­nis bei mir aus. Bevor ich mich je­doch äu­ßern konn­te, die Si­tua­ti­on im Po­di­um wirk­te schon leicht an­ge­spannt, kam fol­gen­de Ver­deut­li­chung: „Wol­len Sie hier etwa kon­ser­va­ti­ves Den­ken pro­pa­gie­ren und dabei die vie­len mo­der­nen Fa­mi­li­en­for­men aus­gren­zen? Schlie­ß­lich gibt es ver­schie­de­ne Fa­mi­li­en-Mo­del­le.“  

Von mir kam einen deut­li­ches „Nein!“ Ich wolle nur Klar­heit, denn wenn diese Be­schrei­bung so ste­hen blie­be, dann wären die unter einem Dach mit Kin­dern le­ben­den Miss­brau­cher, Ver­nach­läs­si­ger und Ge­walt­an­wen­der ja eine trau­te und auch zu för­dern­de Fa­mi­lie. Hier nun meine De­fi­ni­ti­on: 

> Fa­mi­lie ist da, wo El­tern und Kin­der in ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt eine in die Zu­kunft wei­sen­de Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men, 

  • in Bezug zu den Kin­dern, die Er­zie­hungs­ver­ant­wor­tung, 

  • als ge­gen­sei­ti­ge Bei­stand­schaft in Freud, Leid und Not!

  • in Bezug zu den El­tern, eine Mit­ver­ant­wor­tung für das Leben im Alter 

 

Es geht also kei­nes­falls um Haar­spal­te­rei, son­dern um eine punkt­ge­naue Er­fas­sung des­sen, was im Zen­trum einer ge­sell­schaft­li­chen Wert­schät­zung und För­de­rung ste­hen soll. 

Auf der Sprach­ebe­ne wird der Kampf der Ge­sin­nun­gen of­fen­sicht­lich. So geben sich Men­schen, die in eher in­sta­bi­len For­men zu­sam­men leben, per Selbst­e­ti­ket­tie­rung das Vor­zei­chen „mo­dern“ und be­schrei­ben sich als bunt, fa­cet­ten­reich und le­ben­dig. Im Ge­gen­zug wird ver­sucht, sta­bi­le fa­mi­liä­re Le­bens­for­men  – erst recht die Ehe – als alt, kon­ser­va­tiv und nicht mehr leb­bar ab­zu­qua­li­fi­zie­ren. Die wich­ti­ge Frage, wel­che Fa­mi­li­en wie ge­zielt zu för­dern sind, bleibt bei einem solch un­dif­fe­ren­zier­ten Schlag­ab­tausch offen. 

 

So wird die be­währ­te und er­folg­rei­che Vater – Mut­ter – Kind – Ver­bun­den­heit be­kämpft, wäh­rend die sich – oft aus Ent­täu­schung, Not und Hoff­nung – ir­gend­wie ent­wi­ckel­ten an­de­ren For­men eines Zu­sam­men­le­bens idea­li­siert wer­den. Neu­tra­ler soll die Aus­sa­gen von Po­li­ti­ker wir­ken, wenn sie die un­ter­schied­li­chen Arten des Zu­sam­men­le­bens von Er­wach­se­nen mit Kin­dern als „ver­schie­de­ne Fa­mi­li­en­mo­del­le“ be­zeich­nen. Aber was ver­birgt sich hin­ter die­sen mehr oder we­ni­ger schil­lern­den Eti­ket­tie­run­gen. Was sind die Grün­de, dass sich für ein ge­mein­sa­mes Leben ent­schie­den ha­ben­de Paare trenn­ten. Ist es Un­ver­mö­gen, die Suche nach Neuem, eine zu ge­rin­ge Fä­hig­keit im Um­gang mit Kon­flik­ten, eine zu aus­ge­präg­te Selbst­sucht?
Dass es auch et­li­che Paare bzw. El­tern gibt, die sich nicht aus Fahr­läs­sig­keit tren­nen, ist trau­ri­ger All­tag. Bei die­sen wird je­doch sel­ten eine Glo­ri­fi­zie­rung der neu ge­fun­de­nen Form eines (Zu­sam­men)-Le­bens jen­seits der Erst-Fa­mi­lie of­fen­bar. Frei ge­wählt hat in der Regel eine sol­che Si­tua­ti­on nie­mand. Daher ist es auch nicht ziel­füh­rend, dass Po­li­ti­ker der Tra­gik von Schei­tern und Neu­be­ginn einen Ori­en­tie­rung ge­ben­den sol­len­den ‚Mo­dell-Sta­tus‘ ein­räu­men.

 

Wan­del als An­pas­sung an den Zeit-Geist oder als zu be­glei­ten­der Steue­rungs-Pro­zess

Es wird Kon­sens exis­tie­ren, dass die po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen ste­tig Wand­lungs-Pro­zes­se zur Kennt­nis neh­men müs­sen. Aber mit wel­cher Ziel­set­zung wird auf diese Ver­än­de­run­gen re­agiert? Ver­steht sich Po­li­tik als Steig­bü­gel­hal­ter einer An­pas­sung an den Main­stream oder als Ge­stal­ter op­ti­ma­ler Vor­aus­set­zun­gen eines ge­lin­gen­den und sta­bi­len – durch Ach­tung und Wert­schät­zung ge­präg­ten – Zu­sam­men­le­bens? Es ver­wun­dert, mit welch in­tel­lek­tu­el­ler Be­grenzt­heit hier re­agiert bzw. re­giert wird. Denn wenn im Be­reich der Fa­mi­lie An­pas­sung zum be­vor­zug­ten Hand­lungs-Prin­zip wird, dann sind bei­spiels­wei­se Ak­tio­nen zum Auf­spü­ren von Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen ge­nau­so ein­zu­stel­len, wie Brand­schutz-, Ge­schwin­dig­keits- oder Al­ko­hol-Kon­trol­len, wenn ein Ver­hal­ten nach­weis­lich dem Mehr­heits-Trend ent­spricht. Wozu wird also von wem ent­schie­den, sich hier an­zu­pas­sen oder dort ge­zielt ge­gen­zu­steu­ern?

 

Der Bun­des­rat in der Schweiz hat sich ein­deu­tig ge­ou­tet und lässt prü­fen, wie sich das ak­tu­el­le Fa­mi­li­en­recht an die „neue ge­sell­schaft­li­che Rea­li­tät an­pas­sen lässt“. Das Jus­tiz­de­par­te­ment (EJPD) von Si­mo­net­ta Som­maru­ga ließ dazu be­reits ein Gut­ach­ten er­stel­len. Das Pa­pier der Bas­ler Pri­vat­rechts­pro­fes­so­rin In­ge­borg Schwen­zer ent­hält laut der „NZZ am Sonn­tag“ ei­ni­ge ra­di­ka­le Vor­schlä­ge. Sie for­dert, dass keine Fa­mi­li­en­form vom Recht be­vor­teilt wer­den darf. Die Ehe soll des­halb zu einer weit­ge­hend sym­bo­li­schen Ver­bin­dung ab­ge­wer­tet wer­den, die keine wei­te­ren Fa­mi­li­en­rech­te mehr be­grün­det als an­de­re For­men des Zu­sam­men­le­bens. Re­le­vant für Rech­te und Pflich­ten in Bezug auf Fa­mi­lie, Kin­der, Un­ter­halt oder Ad­op­ti­on wäre statt­des­sen die „Le­bens­ge­mein­schaft“. Diese de­fi­niert Schwen­zer als Part­ner­schaft, die mehr als drei Jahre ge­dau­ert hat, in der ein ge­mein­sa­mes Kind vor­han­den ist oder in die zu­min­dest ein Part­ner er­heb­li­che Bei­trä­ge in­ves­tiert hat. Zudem wird vor­ge­schla­gen, gel­ten­de Ehe­hin­der­nis­se ab­zu­bau­en: Auch Ho­mo­se­xu­el­le sol­len künf­tig hei­ra­ten dür­fen, und das In­zest­ver­bot sowie das Ver­bot po­ly­ga­mer Ehen sei kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. „Die Zu­nah­me der Zahl an Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern is­la­mi­schen Glau­bens wird in der Zu­kunft auch die Dis­kus­si­on über po­ly­ga­me Ge­mein­schaf­ten er­for­dern“, heißt es im Gut­ach­ten. Au­ßer­dem soll die ob­li­ga­to­ri­sche Zi­vil­ehe ab­ge­schafft wer­den. Eben­falls über­holt sei die Vor­stel­lung, dass ein Kind nur zwei ver­schie­den-ge­schlecht­li­che El­tern haben könne. So­weit eine Mel­dung vom 27.04.2014.
 

Wel­che Form des Zu­sam­men­le­bens hat wel­che Aus­wir­kung auf die Kin­der?

Unter der Über­schrift „Auf die Fa­mi­lie kommt es an“ rü­cken drei US-ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­le­rin­nen die Wir­kung un­ter­schied­li­cher Fa­mi­li­en­struk­tu­ren auf die Ent­wick­lung von Kin­dern ins Blick­feld. Sie über­prüf­ten, wel­chen Ein­fluss die je­wei­li­ge Fa­mi­li­en­struk­tur auf die schu­li­sche und so­zia­le Ent­wick­lung des Kin­des hat. Sie er­läu­tern: „Bei einer tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en­struk­tur han­delt es sich um Haus­hal­te mit einem ver­hei­ra­te­ten El­tern­paar und ihren leib­li­chen Kin­dern. Zu den nicht tra­di­tio­nel­len Struk­tu­ren ge­hö­ren Fa­mi­li­en mit einem leib­li­chen El­tern­teil und einem Stief­eltern­teil, einer al­lein­er­zie­hen­den Mut­ter oder al­lein­er­zie­hen­dem Vater, nicht ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaf­ten oder an­de­re Ver­wand­te, die für die Kin­der sor­gen.“ Sie be­grün­den ihre Ar­beit damit, dass es drin­gend er­for­der­lich sei zu un­ter­su­chen, wel­chen Ein­fluss die je­wei­li­ge Fa­mi­li­en­struk­tur auf die schu­li­sche und so­zia­le Ent­wick­lung des Kin­des hat. Die meis­ten For­schungs­er­geb­nis­se ver­deut­lich­ten, dass Kin­der aus so ge­nann­ten tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en bes­se­re Schul­leis­tun­gen, eine aus­ge­präg­te Am­bi­gui­täts-To­le­ranz, ge­eig­ne­te­re Kon­flikt­lö­sungs-Mo­del­le, eine grös­se­re Ziel­stre­big­keit und bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen zur Lö­sung von Pro­ble­men oder Her­aus­for­de­run­gen hat­ten.

 

Im Ge­gen­satz dazu stell­te sich her­aus, ‚dass Kin­der in nicht tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en­struk­tu­ren häu­fi­ger unter Stress, De­pres­sio­nen, Angst und Min­der­wer­tig­keits-Ge­füh­len lit­ten‘. „Der ne­ga­ti­ve Ein­fluss der nicht ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaf­ten auf das kind­li­che Wohl­er­ge­hen war bei den Ängs­ten und De­pres­sio­nen be­son­ders hoch.“ Au­ßer­dem zeig­ten diese Ju­gend­li­chen aus nicht tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en schlech­te­re schu­li­sche Leis­tun­gen. „Bei Ju­gend­li­chen zwi­schen 12 und 15 Jah­ren aus nicht in­tak­ten Fa­mi­li­en be­stand eine zwei- bis zwei­ein­halb­fach hö­he­re Wahr­schein­lich­keit, dass sie se­xu­ell aktiv waren, als bei Ju­gend­li­chen aus in­tak­ten Fa­mi­li­en.“ Kin­der, die mit ihren leib­li­chen El­tern auf­wach­sen, wer­den von den El­tern am stärks­ten un­ter­stützt. „Kin­der aus Stief-Fa­mi­li­en be­rich­ten über die ge­rings­te Un­ter­stüt­zung.“ Auch die hier vor­ge­leg­ten Fak­ten zeig­ten in Kurz­form auf: „Es be­steht kein Zwei­fel dar­über, dass Kin­der aus nicht tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en be­nach­tei­ligt sind.“ 

 

Wer­den Lehr­kräf­te auf Pro­blem-Schü­ler an­ge­spro­chen, wird in der Regel auf die viel­fäl­ti­gen Ver­hal­tens-Stö­run­gen in der Folge von Tren­nung und Schei­dung hin­ge­wie­sen, da das el­ter­li­che Aus­ein­an­der­ge­hen häu­fig einen tie­fen Selbst­wert­ver­lust der Kin­der und Ju­gend­li­chen aus­löst. Die Psy­cho­lo­gin Ju­dith Wal­ler­stein aus Ka­li­for­ni­en ver­folg­te 25 Jahre lang das Leben von 93 Kin­dern aus zer­bro­che­nen Ehen. Dabei stell­te sich her­aus, dass die Schei­dung der El­tern gro­ßen Ein­fluss auf das spä­te­re Lie­bes­le­ben der Kin­der hat. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass 60 % die­ser Ehen wie­der ge­schie­den wur­den, in der Ver­gleichs­grup­pe waren es nur 25 %. Au­ßer­dem hat­ten nach die­ser Stu­die 25 % der Schei­dungs­wai­sen noch vor ihrem 14. Ge­burts­tag Kon­takt mit Al­ko­hol und Dro­gen, in der Grup­pe der Ver­gleichs­kin­der waren es nur 9 %. Die Psy­cho­lo­gin nimmt diese Er­geb­nis­se als Be­weis dafür, dass eine Schei­dung sub­stan­ti­el­le und lang­fris­ti­ge Fol­gen hat.

 

Eine kürz­lich er­schie­ne­ne Stu­die des deut­schen Ro­bert-Koch-In­sti­tuts un­ter­such­te, wie weit die Fa­mi­li­en­ver­hält­nis­se mit der An­zahl psy­chisch er­kran­ken­der Kin­der kor­re­lie­ren. ‚Es zeig­te sich, dass aus ‚in­tak­ten‘ Fa­mi­li­en mit Vater und Mut­ter die Rate etwa bei 12 % liegt, bei Kin­dern al­lein­er­zie­hen­der El­tern oder aus Patch­work-Fa­mi­li­en je­doch auf etwa 24 % an­steigt’. Eine im Ok­to­ber 2012 ver­öf­fent­lich­te Stu­die der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen ging der Frage nach, wie un­ter­schied­lich sich die Tren­nung von El­tern auf Jun­gen und Mäd­chen aus­wirkt. Da­nach gibt es „zum Teil er­heb­li­che Un­ter­schie­de. So zeigt die Un­ter­su­chung, dass Jun­gen unter der Tren­nung ihrer El­tern vor allem im Bezug auf ihre schu­li­schen Leis­tun­gen sehr viel mehr ‚lei­den‘ als Mäd­chen. Die Stu­die ergab auch, dass er­wach­se­ne Schei­dungs­kin­der, die die Schei­dung der El­tern im Alter bis zu 18 Jah­ren mit­er­lebt haben, einer spä­te­ren Hei­rat ab­leh­nen­der ge­gen­über­ste­hen als er­wach­se­ne Stu­die­ren­de, die in in­tak­ten Fa­mi­li­en auf­ge­wach­sen sind.“
 

Die Auf­ga­ben einer zu­kunfts­ori­en­tier­ten staat­li­chen Fa­mi­li­en-Po­li­tik

Dem­nach müss­te das Haupt-Kri­te­ri­um für po­li­ti­sche Ent­schei­dungs-Trä­ger sein, er­wart­ba­ren Scha­den von Kin­dern und Fa­mi­li­en ab­zu­wen­den und För­der­li­ches zu ma­ni­fes­tie­ren. Dem­nach ist es die Pflicht des Staa­tes, die Fa­mi­li­en als Keim­zel­le der Ge­sell­schaft zu schüt­zen und durch gute Rah­men­be­din­gun­gen ge­zielt zu för­dern, wie dies für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in der Ver­fas­sung ge­re­gelt ist. Hier­zu der aus der Schweiz stam­men­de re­nom­mier­te Fa­mi­li­en­for­scher Franz-Xa­ver Kauf­mann: ‚Wenn in einer Ge­sell­schaft je­doch sta­bi­le und eher in­sta­bi­le For­men des Zu­sam­men­le­bens von Er­wach­se­nen mit Kin­dern als frei wähl­bar be­trach­tet wer­den, dann hat der Staat seine be­son­de­re Un­ter­stüt­zung jenen zu geben, wel­che die gröss­te Chan­ce für eine op­ti­ma­le Er­zie­hungs­wahr­neh­mung bie­ten‘.Denn, so ein Zitat aus dem Buch „Ab­schied von der Spass­päd­ago­gik“: „Kin­der sind das Erb­gut einer Ge­sell­schaft und star­ke Fa­mi­li­en ihr Rück­grat“.

 

Copyright: Dr. Albert Wunsch, 41470 Neuss, Im Hawisch 17

 

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