Geschlechterunterschiede bei der Mediennutzung durch Jugendliche

15.09.2015

Während die Psychologie während Jahrzehnten die Geschlechterunterschiede tendenziell einnivellierte, hebt sie diese jetzt wieder vermehrt hervor. Die klinische Psychologin und Paartherapeutin Christina Breitenstein hat zum Beispiel im Rahmen einer Studie des Instituts für Klinische Psychologie der Universität Zürich interessante Unterschiede bei der Mediennutzung durch männliche und weibliche Jugendliche festgestellt.

 

(SSF/im.) Zu­erst ein wenig über­ra­schen­der Be­fund: Ju­gend­li­che zwi­schen 12 und 19 Jahre be­sit­zen oder nut­zen zu fast 100% ein Handy, meis­tens ein Smart­pho­ne (95%). In 98% der Haus­hal­te ist auch min­des­tens ein Com­pu­ter im Ein­satz, und 98% haben zu­hau­se einen In­ter­net­an­schluss. Beim Han­dy­be­sitz lie­gen die Mäd­chen al­ler­dings leicht vor den Jun­gen, wäh­rend diese öfter ein Ta­blet oder eine Spiel­kon­so­le haben. Je älter die Ju­gend­li­chen wer­den, desto mehr Ge­rä­te set­zen sie ein.

 

Die Un­ter­schie­de

Un­ter­schie­de gibt es bei der Nut­zung: Wäh­rend Mäd­chen öfter di­gi­ta­le Bil­der ma­chen und Musik hören, gamen Jungs öfter, spie­len mar­kant öfter Vi­deo­ga­mes und schau­en Vi­de­os. Beim chat­ten und Ver­wei­len in so­zia­len Netz­wer­ken hal­ten sich die Ge­schlech­ter die Waage. Im Ver­gleich mit den Mäd­chen un­ter­schei­den sich die männ­li­chen Ju­gend­li­chen im bes­se­ren Ver­ständ­nis der Tech­nik, das sie auch ent­spre­chend ein­set­zen, zum Bei­spiel beim In­stal­lie­ren von Pro­gram­men und Netz­wer­ken oder dem Er­stel­len von Web­sei­ten. Sie sind aber un­vor­sich­ti­ger beim Preis­ge­ben per­sön­li­cher Daten als die Mäd­chen. Häu­fi­ger als die Mäd­chen nut­zen sie auch einen Com­pu­ter ohne In­ter­net­an­schluss, wäh­rend Mäd­chen häu­fi­ger als die Jungs eine di­gi­ta­le Fo­to­ka­me­ra ver­wen­den. 

 

Das Fazit

Die Her­aus­for­de­rung für beide Ge­schlech­ter liegt im (man­geln­den) Wis­sen über Si­cher­heit, Rech­te und Pflich­ten im Um­gang mit dem Netz und in der Ver­wal­tung per­sön­li­cher Daten. Hier braucht es laut Chris­ti­na Brei­ten­stein mehr Prä­ven­ti­on und In­for­ma­ti­on. Heute sind die Jun­gen häu­fig mit Ge­walt und Por­no­gra­fie kon­fron­tiert, wäh­rend Mäd­chen häu­fi­ger se­xu­ell be­läs­tigt wer­den. Prä­ven­ti­on bleibt zen­tral, so das Fazit der Psy­cho­lo­gin.

 

Nicht nur für die be­trof­fe­nen Ju­gend­li­chen selbst, son­dern ihre Lehr­per­so­nen und El­tern soll­ten sich auf dem Lau­fen­den hal­ten. El­tern soll­ten dar­auf ach­ten, die Ent­wick­lung ihrer Kin­der und der Me­di­en zu be­ob­ach­ten und  mit den Kin­dern im Ge­spräch dar­über zu blei­ben. "Denn der kom­pe­ten­te Um­gang der Me­di­en wird zu­hau­se ge­lernt", be­tont Brei­ten­stein.

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