Jugendlager mit religiösen Inhalten von vielen Eltern gefragt

12.01.2016

Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat 2014 seine Unterstützungsbeiräge an die meisten Jugendorganisationen mit evangelischer Trägerschaft gestrichen. Es begründete dies damit, dass die von ihnen betreuten Kinder religiös instrumentalisiert werden. Schweizer Eltern sehen das zu einem grossen Teil anders, wie jetzt eine repräsentative Umfrage des Insituts gfs im Auftrag der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) belegt.

 

(SSF/gfs) 611 der 1008 von gfs be­frag­ten Schwei­zer haben Kin­der. Über die Hälf­te die­ser El­tern (55%, 339 Per­so­nen), haben ihre Kin­der schon in frei­wil­li­ge Ju­gend­la­ger ge­schickt. Wie­der­um knapp die Hälf­te die­ser El­tern (45%, 151 Per­so­nen) geben an, dass die­ses Lager einen Bezug zum christ­li­chen Glau­ben oder zur Kir­che hatte.  

 

Frei­wil­li­ge Kin­der- und Ju­gend­la­ger sind noch immer ge­fragt, auch sol­che mit Bezug zum christ­li­chen Glau­ben. Bei der Of­fen­heit ge­gen­über christ­li­chen La­gern gibt es Un­ter­schie­de zwi­schen den ver­schie­de­nen Be­völ­ke­rungs­grup­pen. So schei­nen sol­che frei­wil­li­gen Kin­der- und Ju­gend­la­ger bei Deutsch­schwei­zer El­tern (46%) po­pu­lä­rer zu sein als bei West­schwei­zer El­tern (38%). Äl­te­re Per­so­nen (40-64 J. und 65+ J.) sagen si­gni­fi­kant häu­fi­ger (je 45%), dass eines die­ser Lager einen Bezug zum Glau­ben oder einer Kir­che hatte als die 18-30-jäh­ri­gen El­tern (35%). Dies kann so­wohl damit zu­sam­men­hän­gen, dass sol­che Lager bei jun­gen El­tern tat­säch­lich we­ni­ger be­liebt sind, als auch dass deren Kin­der noch zu klein für diese Lager sind.

 

Je gläu­bi­ger, desto of­fe­ner für Lager mit Bezug zum christ­li­chen Glau­ben oder einer Kir­che

Er­war­tungs­ge­mäss be­ein­flusst der Grad der Gläu­big­keit die Of­fen­heit ge­gen­über christ­li­chen Ju­gend­la­gern. Doch auch ein Vier­tel der Un­gläu­bi­gen (27%) und denen, die weder un­gläu­big noch gläu­big sind (29%), schi­cken ihre Kin­der in christ­li­che Lager. Bei den Gläu­bi­gen liegt die­ser An­teil hin­ge­gen bei 49 Pro­zent und bei den sehr Gläu­bi­gen sogar bei 77 Pro­zent.

 

Zu­stim­mung vor allem bei Evan­ge­li­schen und Er­wach­se­nen mit ei­ge­ner La­ger­er­fah­rung

Kon­fes­si­ons­lo­se (26%) nut­zen die­ses An­ge­bot am we­nigs­ten, Evan­ge­li­sche (50%) am häu­figs­ten. Eben­falls ent­schei­dend ist die ei­ge­ne Er­fah­rung der El­tern mit Ju­gend­la­gern. Drei Fünf­tel (59%) der El­tern, die selbst als Kind ein Lager mit Bezug zu bib­li­scher Ge­schich­te oder dem christ­li­chen Glau­ben be­sucht haben, schi­cken auch die ei­ge­nen Kin­der in sol­che Lager, ge­gen­über einem Drit­tel (35%) der El­tern ohne La­ger­er­fah­rung.

 

Mehr­heit offen ge­gen­über La­gern, in denen „bib­li­sche Ge­schich­ten“ er­zählt wer­den

Alle 1008 Per­so­nen wur­den da­nach be­fragt, ob sie sich vor­stel­len könn­ten (an­ge­nom­men sie hät­ten ein Kind im Alter von 6 bis 16 Jah­ren) ihr Kind in ein Ju­gend­la­ger zu schi­cken, wenn dort neben La­ger­be­trieb auch „bib­li­sche Ge­schich­ten“ er­zählt wür­den. Zwei Fünf­tel der Per­so­nen (42%) be­ant­wor­ten die Frage mit auf jeden Fall oder eher ja, ein Drit­tel (33%) ant­wor­tet hin­ge­gen mit eher nein oder kei­nes­falls. Per­so­nen die Kin­der haben be­ja­hen die Frage häu­fi­ger (48%) als Kin­der­lo­se (33%). Deutsch­schwei­zer (44%) kön­nen sich eher vor­stel­len, ein Kind in ein Lager mit bib­li­schen In­hal­ten zu schi­cken als West­schwei­zer (38%). Mit zu­neh­men­dem Alter der Be­frag­ten nimmt die Zu­stim­mung für Lager mit bib­li­schen In­hal­ten zu. Wäh­rend nicht ein­mal ein Drit­tel (29%) der 18-39-Jäh­ri­gen die Frage mit auf jeden Fall oder eher ja be­ant­wor­ten, ist es bei den über 65-Jäh­ri­gen über die Hälf­te (54%).

 

Je gläu­bi­ger, desto of­fe­ner für Lager, in denen bib­li­sche Ge­schich­ten er­zählt wer­den

Wie­der­um hängt die Of­fen­heit ge­gen­über bib­li­schen In­hal­ten mit dem Grad der Gläu­big­keit ab. Wäh­rend nur knapp ein Fünf­tel (18%) der Un­gläu­bi­gen sich ein sol­ches Lager für das Kind vor­stel­len kann und gar knapp zwei Fünf­tel (39%) mit kei­nes­falls ant­wor­ten, kön­nen sich drei Fünf­tel (60%) der Gläu­bi­gen und fast vier Fünf­tel (78%) der sehr Gläu­bi­gen ein sol­ches Lager vor­stel­len.

 

Evan­ge­li­sche und Er­wach­se­ne mit La­ger­er­fah­rung of­fe­ner für Lager mit bib­li­schen In­hal­ten

Er­neut sind es die Evan­ge­li­schen (52%), die sich Lager mit bib­li­schen In­hal­ten am ehes­ten vor­stel­len kön­nen, die Kon­fes­si­ons­lo­sen (19%) kön­nen sich dies am we­nigs­ten vor­stel­len. Auch hier kor­re­liert die ei­ge­ne La­ger­er­fah­rung po­si­tiv mit der Wahr­schein­lich­keit, ein Kind in ein Lager mit bib­li­schem Bezug zu schi­cken. Knapp drei Fünf­tel (59%) der la­ger­er­fah­re­nen Per­so­nen be­ja­hen die Frage ge­gen­über einem Drit­tel (34%) der La­ge­ru­n­er­fah­re­nen.

 

Ähn­li­ches Bild beim The­ma­ti­sie­ren des „christ­li­chen Glau­bens“

Bei der Frage, ob sich die Be­frag­ten auch vor­stel­len könn­ten, ein Kind in ein Lager zu schi­cken, wenn dort neben La­ger­be­trieb auch der „christ­li­che Glau­be“ the­ma­ti­siert würde, zeigt sich ein ähn­li­ches Mus­ter, sprich die glei­chen Sub­grup­pen­un­ter­schie­de wie bei der Frage zur „bib­li­schen Ge­schich­te“. Ein­zig die Ant­wor­ten kei­nes­falls neh­men minim zu.

 

Gläu­bi­ge be­vor­zu­gen Lager mit Bezug zum Glau­ben

Zu­sätz­lich wur­den alle 1008 Per­so­nen (also un­ab­hän­gig davon, ob sie ein Kind haben) be­fragt, ob sie ein Ju­gend­la­ger gar be­vor­zu­gen wür­den, wenn dort neben La­ger­be­trieb auch bib­li­sche Ge­schich­ten er­zählt re­spek­ti­ve der christ­li­che Glau­be the­ma­ti­siert würde. Knapp ein Drit­tel der Be­frag­ten würde sol­che Lager be­vor­zu­gen (Ja-An­tei­le: bib­li­sche Ge­schich­te 28%, christ­li­cher Glau­be 27%). Die Gläu­bi­gen (41%, 39%) und sehr Gläu­bi­gen (je 69%) wür­den sol­che Lager mehr­heit­lich be­vor­zu­gen.

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