„Die Diskussion über Väter ist ideologisch aufgeheizt“ – zur TARZAN-Studie von Margrit Stamm

01.03.2016

Die TARZAN-Studie der Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm, Leiterin des Forschungsinstituts SWISS EDUCATION, erschüttert gängige Vorstellungen und Ideale über die Rolle der „neuen Väter“. Die Studie spricht von Mythen, die zu entkräften seien, beleuchtet das Engagement der Väter gesamtheitlich und kommt zu Schlussfolgerungen, welche die künftige politische und gesellschaftliche Diskussion bestimmen könnten. Wir dokumentieren die Zusammenfassung der Studienergebnisse.


Väter – ein schwie­ri­ges Thema

Väter waren lange Jahre eine ver­ges­se­ne Kli­en­tel, weil vor allem die Mut­ter und ihre Be­zie­hung zum Kind im Zen­trum stand und diese als die ein­zig rich­ti­ge galt. Heute sind Väter zu einem zwar viel dis­ku­tier­ten Thema ge­wor­den. Der Blick auf sie ist aber nach wie vor ein de­fi­zi­tä­rer.

Seit der Frau­en­be­we­gung der 1970er und 1980er wer­den Väter als de­fi­zi­tä­re Ka­te­go­rie wahr­ge­nom­men. Der Be­darf nach weib­li­chen Ar­beits­kräf­ten und die ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen haben je­doch in den letz­ten zwan­zig Jah­ren For­de­run­gen nach neuen Män­nern re­spek­ti­ve neuen Vä­tern ent­ste­hen las­sen, wel­che zu Hause en­ga­giert an­pa­cken. Al­ler­dings steht eine ver­bind­li­che De­fi­ni­ti­on, wer denn die «neuen» Väter sind, bis heute aus.

 

Be­son­ders auf­fal­lend an der ak­tu­el­len Dis­kus­si­on ist, wie en­ga­gier­te Va­ter­schaft am tra­di­tio­nel­len Bild der All­zeit ver­füg­ba­ren Mut­ter ge­mes­sen wird und wie sehr an­de­re Leis­tun­gen aus­ge­blen­det wer­den. Des­halb ist die Mess­lat­te des­sen, was einen guten Vater aus­macht, aus­ge­spro­chen hoch. Trotz solch ehr­gei­zi­ger An­sprü­che gibt es en­ga­gier­te Väter und zwar in einer be­acht­li­chen An­zahl.

 

Am vä­ter­li­chen Ver­hal­ten gibt es je­doch viel Kri­tik: ers­tens, dass sich Väter zu Hause zu wenig ein­brin­gen und zwei­tens zu viel im Beruf ar­bei­ten; drit­tens, dass Müt­ter nach wie vor die in­ner­fa­mi­liä­re Haupt­ver­ant­wor­tung tra­gen. Der erste und zwei­te Kri­tik­punkt ist auf der Grund­la­ge (tra­di­tio­nel­ler) em­pi­ri­scher Daten be­rech­tigt, der drit­te Kri­tik­punkt muss dif­fe­ren­zier­ter be­trach­tet wer­den.
 

Vä­ter­my­then

Die Dis­kus­si­on über Väter ist ideo­lo­gisch auf­ge­heizt. Dies zeigt sich unter an­de­rem in ver­schie­de­nen My­then, die einen re­la­tiv sta­bi­len Be­stand haben – und zwar so­wohl bei Män­nern als auch bei Frau­en.

Heute sind Väter in den Me­di­en sehr prä­sent, doch do­mi­nie­ren oft Ide­al­vor­stel­lun­gen, die mit der rea­len All­tags­welt wenig kom­pa­ti­bel sind. Weil zudem em­pi­ri­sche Er­geb­nis­se von der Öf­fent­lich­keit kaum oder nur se­lek­tiv zur Kennt­nis ge­nom­men wer­den, öff­net dies Tür und Tor für My­then.

 

Min­des­tens vier My­then hal­ten sich hart­nä­ckig: (1) Mehr Prä­senz ist bes­ser. (2) Die Mut­ter ist von Natur aus die bes­se­re Er­zie­he­rin. (3) Die Mo­ti­va­ti­on der Väter, sich mehr in der Fa­mi­lie zu en­ga­gie­ren, ist ent­schei­dend. (4) Män­nern ge­lingt es bes­ser, Fa­mi­lie und Beruf unter einen Hut zu brin­gen.

 

Alle diese My­then sind le­dig­lich Be­haup­tun­gen. Weder ist ein Mehr an Prä­senz der Väter für den Nach­wuchs au­to­ma­tisch ent­wick­lungs­för­der­lich, noch sind Frau­en von Natur aus bes­ser als Män­ner dazu be­stimmt, Kin­der zu ver­sor­gen. Auch der My­thos, wo­nach die Mo­ti­va­ti­on der Väter ent­schei­dend ist für ihr in­ner­fa­mi­liä­res En­ga­ge­ment, ist eher ein Wunsch­ge­dan­ke. Glei­ches gilt für die vier­te Be­haup­tung, wo­nach es für Män­ner leich­ter sei, Kind und Kar­rie­re zu ver­ein­ba­ren. Sie ste­cken eben­so in einem Di­lem­ma wie ihre Part­ne­rin­nen.

 

Neue Va­ter­schafts­kon­zep­te

Dass es viele My­then gibt, hat mit den kon­zep­tio­nel­len Pro­ble­men der Vä­ter­for­schung zu tun. Sie hat die Väter bis­her weit­ge­hend auf ihre sicht­ba­ren Für­sor­ge­leis­tun­gen re­du­ziert. Eine Neu­ori­en­tie­rung tut Not. Dazu ste­hen al­ter­na­ti­ve Va­ter­schafts­kon­zep­te zur Ver­fü­gung.

 

Die vor­herr­schen­den De­fi­zi­t­an­sät­ze, die sich fast aus­schliess­lich auf das man­geln­de häus­li­che En­ga­ge­ment der Väter kon­zen­trie­ren, haben dazu ge­führt, dass sie mit gros­ser Selbst­ver­ständ­lich­keit als un­ge­nü­gend, manch­mal sogar als «fau­les Ge­schlecht» be­zeich­net wer­den.

Glück­li­cher­wei­se ste­hen nun al­ter­na­ti­ve Va­ter­schafts­kon­zep­te zur Ver­fü­gung, wel­che die ge­sam­te Va­ria­bi­li­tät der vä­ter­li­chen Bei­trä­ge be­leuch­ten und sie nicht mehr am Kon­zept der guten Mut­ter­schaft mes­sen. Ge­mäss die­sen neuen Kon­zep­ten kön­nen sich Väter in der fa­mi­liä­ren Für­sor­ge­ar­beit en­ga­gie­ren, ohne dabei au­to­ma­tisch (kör­per­li­che) Prä­senz zum Kind zu mar­kie­ren.

 

Am be­kann­tes­ten ge­wor­den sind die Kon­zep­te von Mi­chel Lamb, Jo­seph Pleck, John Sna­rey und von Ro­bert Pal­ko­vitz. Zwar un­ter­schei­den sie sich in ihrer in­halt­li­chen Aus­rich­tung, doch ist ihnen ge­mein­sam, dass sie Auf­ga­ben und Leis­tun­gen von Vä­tern viel brei­ter er­fas­sen.

 

Die TAR­ZAN-Stu­die

Die TAR­ZAN-Stu­die ist ein im Jahr 2015 durch­ge­führ­tes Fol­ge­pro­jekt der FRANZ-Stu­die  («Frü­her an die Bil­dung, er­folg­rei­cher in die Zu­kunft?»), an der 300 Fa­mi­li­en und ihre Kin­der teil­ge­nom­men hat­ten.

 

Ba­sie­rend auf den Daten aus der FRANZ-Stu­die wur­den bei 129 Vä­tern und 116 Müt­tern an­hand von drei Fra­gen zu­sätz­li­che Daten er­ho­ben: Zum Um­fang und den In­hal­ten ihres ge­sam­ten En­ga­ge­ments, zur Ge­stal­tung des Va­ter­seins im Hin­blick auf Fa­mi­lie und Beruf und zu den vä­ter­li­chen Bei­trä­gen im Hin­blick auf die Bil­dung und För­de­rung des Kin­des.

 

Das Kon­zept des fa­mi­liä­ren Vä­ter­en­ga­ge­ments von TAR­ZAN be­ruht auf drei Säu­len: in­di­rek­ten Be­treu­ungs­leis­tun­gen und auf Ak­ti­vi­tä­ten der Pro­zess­ver­ant­wor­tung, die nicht zu den täg­li­chen Rou­ti­nen ge­hö­ren. Fer­ner geht unser Va­ter­schafts­kon­zept davon aus, dass neben der be­ruf­li­chen Si­tua­ti­on auch das Rol­len­ver­ständ­nis die Rea­li­sa­ti­on der Va­ter­schaft be­ein­flusst.

 

Das En­ga­ge­ment der Väter in Beruf und Fa­mi­lie

Das erste Kern­an­lie­gen der TAR­ZAN-Stu­die war eine dif­fe­ren­zier­te Er­fas­sung des Zeit­bud­gets der Väter, auf der Basis un­se­res Va­ter­schafts­kon­zepts.

 

Väter sind wäh­rend der Woche im Durch­schnitt 83.8 Stun­den en­ga­giert und am Wo­chen­en­de wäh­rend 35.9 Stun­den. Die Er­werbs­ar­beit nimmt dabei durch­schnitt­lich 46.2 Stun­den in An­spruch, davon sind 4.5 Stun­den Home Of­fice. Die Zeit, wel­che für die Fa­mi­lie auf­ge­wen­det wird, be­trägt 12.7 Stun­den wäh­rend der Woche und 9.9 Stun­den am Wo­chen­en­de. Je 4.9 Std. sind es al­lei­ne für den Nach­wuchs wäh­rend der Woche und am Wo­chen­en­de.

 

Be­son­ders auf­fal­lend ist, dass die Ver­ant­wor­tung in den di­rek­ten Be­treu­ungs­be­rei­chen, aus­ser Kran­ken­pfle­ge und Arzt­be­su­che, gros­sen­teils mit der Part­ne­rin ge­teilt wird. Ähn­lich sieht es in Bezug auf die in­di­rek­ten Be­treu­ungs­leis­tun­gen aus. Grund­sätz­lich je­doch sind Müt­ter für deut­lich mehr Be­rei­che al­lein zu­stän­dig. Im Be­reich der Pro­zess­ver­ant­wor­tung sind Väter je­doch meist al­lein ver­ant­wort­lich. Dies gilt für Re­pa­ra­tu­ren, für Ent­sor­gun­gen und Ad­mi­nis­tra­ti­on. Jeder fünf­te Vater macht zudem re­gel­mäs­sig und jeder drit­te Vater un­re­gel­mäs­sig Über­stun­den, um der Fa­mi­lie etwas Be­son­de­res zu er­mög­li­chen.

 

Vor dem Hin­ter­grund die­ses Zeit­bud­gets er­staunt es kaum, dass für Väter Ei­ni­ges zu kurz kommt: Part­ner­schaft, per­sön­li­che Frei­zeit, Freund­schaf­ten, aber auch mehr Zeit für die Kin­der.

 

Ar­beits­tei­lung, Rol­len­bil­der und Kon­flik­te

Die zwei­te For­schungs­fra­ge war der Frage ge­wid­met, wie Väter ihr Va­ter­sein in Ab­hän­gig­keit von den An­for­de­run­gen in Fa­mi­lie und Beruf rea­li­sie­ren. Es geht somit um Er­werbs­mo­del­le der Paare und Kon­flik­te, wel­che die Or­ga­ni­sa­ti­on des Fa­mi­li­en- und Be­rufs­le­bens mit sich brin­gen.

 

TAR­ZAN-Vä­ter haben mit ihren Part­ne­rin­nen sehr un­ter­schied­li­che Er­werbs­mo­del­lege­wählt. Das Voll­zeit-Teil­zeit­mo­dell über­wiegt deut­lich (59.8%), wäh­rend das Teil­zeit-Teil­zeit­mo­dell und das Voll­zeit-Voll­zeit-Mo­dell (6.0%) noch wenig ver­brei­tet ist (13.4%). 15.4% der Väter haben Part­ne­rin­nen, wel­che kei­ner Be­rufs­tä­tig­keit nach­ge­hen. Al­ler­dings: Wel­ches Mo­dell auch immer ge­wählt wurde, es ba­siert auf einer ge­mein­sam ge­trof­fe­nen Ent­schei­dung.

 

TAR­ZAN-Vä­ter be­zeich­nen Kin­der und Fa­mi­lie als das Wich­tigs­te in ihrem Leben, ob­wohl nur we­ni­ge be­reit sind, ihre be­ruf­li­che Tä­tig­keit tat­säch­lich zu re­du­zie­ren. Trotz­dem hat ein Gross­teil mo­der­ne Vor­stel­lun­gen über Män­ner und Frau­en. Doch ge­ra­de sol­che Ein­stel­lungs­mus­ter be­din­gen, dass die Rol­len­vor­stel­lun­gen in der Part­ner­schaft neu aus­ge­han­delt wer­den müs­sen und es lo­gi­scher­wei­se zu Kon­flik­ten kommt. TAR­ZAN lie­fert auch Hin­wei­se auf ge­wis­se Ver­hal­tens­wei­sen eines Teils der Müt­ter, die auf ein deut­li­ches Kon­troll­ver­hal­ten («Gate­ke­eping») ver­wei­sen. Die Frage, in­wie­fern sich Väter an der fa­mi­liä­ren Für­sor­ge stär­ker be­tei­li­gen, be­darf somit auch einen kri­ti­schen Blick auf die mög­li­cher­wei­se blo­ckie­ren­de Rolle von Müt­tern.

 

Väter und ihr Bei­trag für die Bil­dung und För­de­rung ihrer Kin­der

Die drit­te For­schungs­fra­ge be­traf den Bei­trag, den die Väter zur Bil­dung und För­de­rung ihrer Kin­der leis­ten. Dabei wurde das Au­gen­merk auch auf die Un­ter­schie­de zwi­schen Söh­nen und Töch­tern ge­legt.

 

Von der For­schung wird immer un­ter­stri­chen, dass Väter mit Söh­nen an­ders um­ge­hen als mit Töch­tern und mit ihnen auch an­de­re Ak­ti­vi­tä­ten pfle­gen.

 

In Bezug auf das ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Vä­ter­ver­hal­ten zei­gen un­se­re Be­fun­de, dass TAR­ZAN-Vä­ter mit Söh­nen tat­säch­lich an­de­res tun als mit Töch­tern und zwar quan­ti­ta­tiv wie qua­li­ta­tiv. Quan­ti­ta­tiv, weil Väter auch dann viel mit den Söh­nen un­ter­neh­men, wenn sie be­ruf­lich sehr ein­ge­spannt sind. Qua­li­ta­tiv, weil Väter un­ter­schied­li­che Ak­ti­vi­tä­ten be­vor­zu­gen. In un­se­rer Stu­die sind sie je­doch nicht durch­wegs ge­schlecht­s­ty­pisch, lesen sie doch ge­ra­de mit ihren Söh­nen mehr als mit den Töch­tern, wäh­rend sie mit die­sen häu­fi­ger Me­di­en nut­zen. Üb­li­cher­wei­se be­rich­tet die For­schung ge­ra­de Um­ge­kehr­tes. In an­de­ren Be­rei­chen – Sport oder Be­we­gung – schei­nen je­doch ge­schlecht­s­ty­pi­sche Ver­hal­tens­wei­sen durch.

 

Es ist also nicht grund­sätz­lich so, dass Väter per se das ge­schlechts­rol­len­spe­zi­fi­sche Ver­hal­ten bei ihren Kin­dern ver­stär­ken. Sie haben aber die Ten­denz, sich un­ter­schied­lich in­ten­siv mit den Kin­dern zu be­schäf­ti­gen. Wes­halb dem so ist, lässt sich nur an­satz­wei­se in­ter­pre­tie­ren. Mög­lich ist, dass die Söhne for­dern­der sind als die Töch­ter, wel­che grös­se­res Ver­ständ­nis für die be­ruf­li­che Be­las­tung des Va­ters zei­gen.

 

Den Vater gibt es ncht nur im Plu­ral: Vä­ter­ty­pen

Auf der Basis der Ge­samt­da­ten aus der FRANZ- und der TAR­ZAN-Stu­die wurde eine Clus­ter­ana­ly­se als Ty­po­lo­gi­sie­rung durch­ge­führt. Sie för­der­te drei Vä­ter­ty­pen zu­ta­ge.

 

Der Vor­teil un­se­rer Ty­po­lo­gie be­steht darin, auf der Basis un­se­res Va­ter­schafts­kon­zepts wei­te­re As­pek­te wie in­di­rek­te Be­treu­ung, Ak­ti­vi­tä­ten mit dem Kind oder auch Part­ner­kon­flik­te ein­be­zie­hen zu kön­nen. Dabei lies­sen sich drei Typen eru­ie­ren: (1) «Tra­di­tio­nel­le und am­bi­tio­nier­te Väter» (29.3%): Sie leh­nen zwar ein ega­li­tä­res Rol­len­ver­ständ­nis deut­lich ab, haben je­doch ein sehr ge­fühls­be­ton­tes Ver­hält­nis zu den Kin­dern, spie­len und lesen am meis­ten mit ihnen und ge­wich­ten Schul­no­ten hoch. (2) Ega­li­tä­re und be­geis­ter­te Väter (38%): Sie be­für­wor­ten sehr deut­lich eine ega­li­tä­re Auf­tei­lung von Er­werbs- und Fa­mi­li­en­ar­beit. Be­son­ders in­ten­siv be­glei­ten sie Haus­auf­ga­ben und emp­fin­den ihr Va­ter­sein auf­fal­lend aus­ge­prägt als Freu­de und Be­rei­che­rung. (3) Ori­en­tie­rungs­lo­se und dis­tan­zier­te Väter (32.6%): Sie haben ein Rol­len­ver­ständ­nis, das ge­wis­se part­ner­schaft­li­che Züge auf­weist, doch ist ihr En­ga­ge­ment für die Kin­der und mit ihnen auf allen Ebe­nen be­schei­den. Sie wir­ken ori­en­tie­rungs­los und dis­tan­ziert.

 

Kon­se­quen­zen

Das Dos­sier zeigt theo­re­tisch und em­pi­risch auf, dass Väter ein schwie­ri­ges Thema ge­blie­ben sind. Des­halb braucht es eine neue, er­wei­ter­te Per­spek­ti­ve auf sie.

 

Im ab­schlies­sen­den Brie­fing Paper wer­den fünf Kon­se­quen­zen for­mu­liert. Die erste Kon­se­quenz be­trifft den er­wei­ter­ten Blick auf und die Dis­kus­si­on über Väter. Die­ser muss sich an den sicht­ba­ren und un­sicht­ba­ren, den di­rek­ten und in­di­rek­ten Ver­hal­tens­bei­trä­gen ori­en­tie­ren und nicht nur auf das erste Le­bens­jahr (Stich­wort Va­ter­schafts­ur­laub) oder die frühe Kind­heit ver­kürzt wer­den. Mit­ein­zu­be­zie­hen sind eben­so die mit­tel- und lang­fris­ti­gen Aus­wir­kun­gen des vä­ter­li­chen En­ga­ge­ments. Die zwei­te Kon­se­quenz ba­siert auf dem Ver­ein­bar­keits­di­lem­ma von Vä­tern: Nicht nur die viel dis­ku­tier­ten Ver­ein­bar­keits­pro­ble­me der Müt­ter, son­dern auch die der Väter müs­sen Grund­la­ge für struk­tu­rel­le Re­for­men wer­den. Die drit­te Kon­se­quenz wird im Hin­blick auf die nach wie vor gän­gi­ge Mut­ter-Glo­ri­fi­zie­rung for­mu­liert. Sie darf nicht wei­ter­hin Aus­gangs­la­ge für die Be­wer­tung «guter» Va­ter­schaft sein. Als vier­te Kon­se­quenz muss die spe­zi­fi­sche und un­ter­schied­li­che Be­deu­tung der Va­ter­rol­le ge­gen­über der­je­ni­gen der Mut­ter viel stär­ker her­aus­ge­ho­ben wer­den. Und schliess­lich be­trifft die fünf­te Kon­se­quenz die Väter selbst. Sie soll­ten ihre Stim­me er­he­ben und kund­tun, was sie ei­gent­lich möch­ten und was sie von den Part­ne­rin­nen er­war­ten.

 

Zur TARZAN-Studie

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