Guy Bodenmann stellte We-Disease-Konzept vor

29.08.2016

Eine Störung wie der plötzliche Einbruch einer tödlichen Krankheit fordert eine Partnerschaft massiv heraus. Das We-Disease-Konzept will den Partner so in die Bewältigung mit einbeziehen, dass die Partnerschaft darunter nicht leidet.

 

(SSF/im.) Ver­bind­li­che Part­ner­schaf­ten, ins­be­son­de­re die Ehe, haben viele Vor­tei­le. Die Part­ner leben einen ge­sün­de­ren Le­bens­stil und rau­chen ins­be­son­de­re we­ni­ger, sie haben ein ge­rin­ge­res Ri­si­ko für akute und chro­ni­sche Krank­hei­ten, und ihre Mor­ta­li­täts­ra­te ist deut­lich klei­ner. Bei glück­li­chen Paa­ren sind diese Ef­fek­te noch we­sent­lich stär­ker aus­ge­prägt. Dar­auf weist der Paar­for­scher Guy Bo­den­mann hin, wenn er das We-Di­sea­se-Kon­zept vor­stellt.

 

Die Kehr­sei­te

Die­ses setzt vor­aus, dass einer der Part­ner in eine psy­chi­sche und/oder me­di­zi­ni­sche Kri­sen­si­tua­ti­on gerät. In der Regel hat das mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf die Be­find­lich­keit des an­dern Part­ners. Pro­ble­me ent­ste­hen vor allem dort, wo der Part­ner stark mit­lei­det und sich mas­siv in die Un­ter­stüt­zung in­ves­tiert. „Ein  Zu­viel an Un­ter­stüt­zung ist Prä­di­ka­tor für län­ger­fris­tig nied­ri­ge­re Part­ner­schafts­qua­li­tät“, sagt Bo­den­mann. Wenn ein Part­ner den an­dern nur ein­sei­tig un­ter­stützt, ist sein ei­ge­nes Ster­be­ri­si­ko gar höher. Diese Ein­sicht re­sul­tiert aus For­schun­gen zur Le­bens­qua­li­tät pfle­gen­der An­ge­hö­ri­ger. So zei­gen zum Bei­spiel 35% der Part­ner von Krebs­kran­ken star­ke Ängs­te, 30% de­pres­si­ve Sym­pto­me und 69% lei­den unter ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf ihre Ar­beits­fä­hig­keit. Viele Men­schen lei­den auch kör­per­lich mit, wenn es dem Part­ner schlecht geht. 

 

Die dya­di­sche Ba­lan­ce fin­den

Laut Bo­den­mann brau­chen diese Men­schen me­di­zi­ni­sche und psy­cho­so­zia­le Be­treu­ung, aber das rei­che nicht aus. Zwar sei die so­zia­le Un­ter­stüt­zung wich­tig, aber nicht aus­rei­chend. Die Un­ter­stüt­zung durch den Part­ner sei oft hoch am­bi­va­lent und könne die Krise ver­stär­ken. Ent­schei­dend sei die Frage, wie sich beide im Sinne des Dya­di­schen Co­pings ge­gen­sei­tig un­ter­stüt­zen kön­nen. Denn die ge­mein­sa­me Be­wäl­ti­gung der Krise eines Part­ner sei bes­ser, als wenn der Eine nur der Ge­ben­de und der An­de­re nur der Un­ter­stüt­zen­de sei. Bo­den­mann spricht von einer „Dya­di­schen Ba­lan­ce“. Zwar lei­den beide Part­ner unter der Krank­heit des einen, aber beide haben ein­an­der auch etwas zu geben, und diese Res­sour­ce muss ak­ti­viert wer­den. Es gelte des­halb, immer beide Part­ner in die The­ra­pie ein­zu­be­zie­hen, be­ton­te Bo­den­mann an einer Ta­gung des Psy­cho­lo­gi­schen In­sti­tuts der Uni­ver­si­tät Zü­rich am 26. Au­gust.

 

Zu den Ta­gun­gen des Psy­cho­lo­gi­schen In­sti­tuts der Uni Zü­richw
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