Bestsellerautorin Birgit Kelle kritisiert Auswüchse der Sexualpädagogik

21.03.2017

Kantonale Fachstellen für Sexualpädagogik publizieren Links zu Webseiten, die Pornografiekonsum und grenzwertige Sexualpraktiken empfehlen. In Zürich hat am Montag die deutsche Erfolgsautorin Birgit Kelle Trends in der Sexualpädagogik kritisiert und in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger Leitlinien für einen kindergerechten Sexualunterricht beschrieben.

 

Im Auf­klä­rungs­un­ter­richt habe ein Pa­ra­dig­men­wech­sel statt­ge­fun­den, sagte Bir­git Kelle im Ta­ges­an­zei­ger-In­ter­view. Es gebe zum Bei­spiel Se­xu­al­päd­ago­gen, die be­reits Kin­der­gärt­ler mit „se­xu­el­ler Viel­falt“ (1) kon­fron­tie­ren woll­ten. Unter dem Deck­man­tel der Ak­zep­tanz von Homo- und Trans­se­xu­el­len wür­den die Kin­der an ver­schie­de­ne For­men von Se­xua­li­tät und sogar von Se­xu­al­prak­ti­ken her­an­ge­führt. Kelle wies dar­auf hin, dass Kin­der oft schon pein­lich be­rührt sind, wenn sie in einem Film mit­er­le­ben, wenn sich Er­wach­se­ne küs­sen. 

 

Die Übungs­auf­ga­be, ein Bor­dell ein­zu­rich­ten ...

Die Jour­na­lis­tin und Pu­bli­zis­tin mit ru­mä­ni­schem Hin­ter­grund hat nichts da­ge­gen, wenn auch klei­ne Kin­der er­fah­ren, wie Kin­der auf die Welt kom­men und wel­che kör­per­li­chen Un­ter­schie­de es zwi­schen Mäd­chen und Buben gibt. Sie er­klärt auch ihrem sie­ben­jäh­ri­gen Sohn, was Schwul­sein heisst. Kelle: „Einen Sie­ben­jäh­ri­gen in­ter­es­siert da nicht Anal­ver­kehr und Aids­prä­ven­ti­on, son­dern die Frage, wie sich die Freund­schaft zu sei­nem bes­ten Freund von Ho­mo­se­xua­li­tät un­ter­schei­det. Aber wenn be­stimm­te Lehr­mit­tel, etwa das Buch “Se­xu­al­päd­ago­gik der Viel­falt” (2), als Übung vor­se­hen, ein Bor­dell ein­zu­rich­ten, dann geht das ent­schie­den zu weit.“

 

Por­no­kom­pe­tenz un­ter­rich­ten

Auf den Por­no­kon­sum von an­geb­lich 94 Pro­zent der 13-Jäh­ri­gen an­ge­spro­chen, sagte Kelle: „Al­lein der Be­griff ‚kon­su­miert’ im Zu­sam­men­hang mit Se­xua­li­tät be­nennt das Pro­blem mit einem Wort. Kin­der soll­ten ler­nen, dass Se­xua­li­tät etwas mit Be­zie­hung zu tun hat.“ Sie halte es aber für einen My­thos, dass so viele Kin­der Por­nos tat­säch­lich kon­su­mie­ren. Für sie höre der staat­li­che Bil­dungs­auf­trag de­fi­ni­tiv auf, wenn der Se­xu­al­un­ter­richt ge­mäss man­chen Ex­per­ten auch „Por­no­kom­pe­tenz“ ver­mit­teln müsse. 

 

An einem In­for­ma­ti­ons­abend der Schwei­ze­ri­schen Stif­tung für die Fa­mi­lie (SSF) sagte Kelle am Mon­tag­abend dazu: „Am Bei­spiel der Por­no­gra­phie kann man recht gut sehen, wie wi­der­sprüch­lich wir han­deln: Wäh­rend auf der einen Seite Pro­gram­me ge­för­dert und fi­nan­ziert wer­den, wie wir Kin­der vor Por­no­gra­phie im In­ter­net schüt­zen und somit auch vor Miss­brauch, er­zäh­len uns Se­xu­al­päd­ago­gen der Viel­falt, Kin­der bräuch­ten „Por­no­kom­pe­tenz“, des­we­gen müss­te man im Un­ter­richt auch mit por­no­gra­phi­schem Ma­te­ri­al ar­bei­ten.” 

 

To­ta­le Un­kennt­nis kind­li­cher Be­dürf­nis­se

Die vier­fa­che Mut­ter und Jour­na­lis­tin Bir­git Kelle steht auch den Emp­feh­lun­gen der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO kri­tisch ge­gen­über, wo­nach eine Se­xu­al­auf­klä­rung schon bei Kin­dern ab vier Jah­ren be­gon­nen wer­den soll: „Es zeugt von to­ta­ler Un­kennt­nis des­sen, was Kin­der in die­sem Alter brau­chen und in­ter­es­siert. Kin­der­gar­ten­kin­der brau­chen näm­lich noch keine Prä­ven­ti­on vor Ge­schlechts­krank­hei­ten, weil sie ihre Spiel­ge­fähr­ten nicht aus Ver­se­hen schwän­gern wer­den in der Bau­ecke. Sie brau­chen statt­des­sen Liebe, Be­hü­tet­sein und kind­ge­rech­tes Spiel­zeug.” 

 

Per­ver­tier­ter Bil­dungs­auf­trag

Für Bir­git Kelle ist es „na­he­zu Kinds­miss­brauch“, wenn die Se­xu­al­auf­klä­rung nicht dem Alter des Kin­des an­ge­passt ist. Sie er­klärt dies mit einem Ver­gleich: „Wenn sich im Park ne­ben­an ein er­wach­se­ner Mann vor einer er­wach­se­nen Frau ent­blösst und ihr damit un­ge­be­ten und un­ge­wollt seine Se­xua­li­tät auf­drängt, dann wird das straf­recht­lich als Ex­hi­bi­tio­nis­mus an­ge­klagt. Wenn wir hin­ge­gen im Un­ter­richt klei­nen Kin­dern un­ge­be­ten die Se­xua­li­tät von Er­wach­se­nen bis ins De­tail auf­drän­gen, dann ist es an­geb­lich ein Bil­dungs­auf­trag der Schu­le.“

 

Wäh­rend dem Vor­trag ver­schick­te der ehe­ma­li­ge NZZ-Jour­na­list Urs Rau­ber fol­gen­den Tweet: @Bir­git_Kel­le Dis­kus­si­on: "Bin Leh­re­rin & kann alles be­stä­ti­gen, was Sie er­zäh­len. Wir müs­sen Kin­der vor Miss­brauch schüt­zen"

 

1) Pro­ble­ma­ti­sche Aus­sa­gen sind zum Bei­spiel auf Cybersmart.​ch zu fin­den. Ver­ant­wort­lich für Cy­bers­mart ist «Ber­ner Ge­sund­heit», der Part­ner des Kan­tons Bern für Se­xu­al­päd­ago­gik. 

 

2) Zum Pra­xis­buch „Se­xu­al­päd­ago­gik der Viel­falt“ brach­te die Pend­ler­zei­tung 20­Mi­nu­ten ei­ni­ge Kost­pro­ben.

 

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