
PAPA X: ALS EINZELPERSON IM MITTELSTAND –
ALS FAMILIENVATER IN DER ARMUT
Immer weniger Menschen gründen eine Familie mit mehreren Kindern. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind unabsehbar und können durchaus als bedrohlich angesehen werden. Denn was passiert mit Ländern und Gesellschaften wie beispielsweise in Europa, in denen aufgrund der eingestürzten Geburtenraten die einheimische Bevölkerung zügig davonschmilzt? Daraus ergeben sich Fragen, die nach politischen Antworten verlangen.
Auf der Suche nach einer Erklärung für diese Entwicklung stösst man unvermeidlich auf das Modell des Homo oeconomicus. Nach dieser wirtschaftswissenschaftlichen Theorie handeln Menschen stets rational und sind ausschließlich auf den eigenen Vorteil ausgerichtet. Dieses Modell vermag das menschliche Verhalten zwar nicht vollumfänglich zu erfassen, liefert aber wichtige Hinweise, um unser Handeln zu erklären.
In dieser Hinsicht sei gesagt, dass Kinder mittlerweile landläufig als finanzielle Last und auch ganz allgemein als Bürde angesehen werden. Leider ist diese Einschätzung gemäss dem Modell des Homo oeconomicus aus diversen Gründen gar nicht mal so falsch: So sichert unser üppiger Sozialstaat fast jedes erdenkliche menschliche Risiko ab, wodurch die Absicherung durch die Familie und durch Kinder weitestgehend nicht mehr gebraucht wird. Zudem werden Kinder im Sinne der freien Entfaltung dazu bewogen, sich nach ihren eigenen Ideen und Gelüsten zu orientieren, was dazu führt, dass Jugendliche und junge Erwachsene in Berufen und an Orten landen, welche weit weg von der eigenen Familie liegen und dieser dementsprechend wenig nützlich sind.
Eine Mischung aus mangelnder Kindsbindung, allzu liberaler Erziehung und allgemeiner gesellschaftlicher Dekadenz führt obendrauf vermehrt zu unsicherem, widerspenstigem und psychisch krankem Nachwuchs, woraus sich viel Ärger für die betroffenen Eltern ergibt.
«Wen wundert es da, dass die Geburtenraten
in der Schweiz zusammenbrechen?»
Wenn der Nutzen der eigenen Kinder auf der Strecke bleibt und der Ärger zu überwiegen beginnt, fangen Menschen entsprechend dem Homo oeconomicus damit an, die Kosten der Kinder genau zu betrachten. Und diese sind tatsächlich massiv, wie das Beispiel von Papa X verdeutlicht:
Die Schweizer Eidgenossenschaft hat nämlich festgelegt, bei welchem Einkommen jemand arm, Teil des Mittelstandes oder reich ist. Als Papa X noch ledig war, gehörte er mit seinem Einkommen von CHF 8‘000 brutto pro Monat demnach zum obersten Teil des Mittelstandes und konnte sich entsprechend einiges an Luxus leisten. Seitdem Papa X heiratete und zwei Kinder hat (die Mama schaut zu Hause zu den Kindern), gehört er mit seinem immer noch gleichhohen Einkommen von CHF 8‘000 brutto pro Monat gemäss besagter Definition des Bundes neu zur Klasse der Armen. Papa X macht sich demzufolge keine Gedanken mehr darüber, was er sich als nächstes schönes leisten wird, viel eher ist er nun damit beschäftigt auszurechnen, wie er seine Familie durch den nächsten Monat bringt.
Definition des Mittelstandes gemäss Berechnungen des Bundes:
Zur Erklärung: Eine Familie gehört zum Mittelstand, wenn deren Bruttoeinkommen pro Monat zwischen CHF 8‘338.- und CHF 17‘867.- beträgt. Eine Einzelperson gehört zum Mittelstand, wenn deren Bruttoeinkommen pro Monat zwischen CHF 3‘970.- und CHF 8‘508.- beträgt.
Der Homo oeconomicus, der sich den eigenen Vorteil immer genau vorrechnen lässt, kommt aus den zusammengetragenen Gedanken zu folgendem unschönen Resultat: Wenn man Kinder dem heutigen gesellschaftlichen Standard entsprechend hat und erzieht, kann man zukünftig mit nur wenig zählbarem Nutzen daraus rechnen, wobei das Potenzial, sich dadurch einiges an Ärger einzuholen, gross ist. Und obendrauf kommen noch beträchtliche direkte Kosten. Wen wundert es da, dass die Geburtenraten in der Schweiz zusammenbrechen?

